Medienbericht 2025

PR-Agentur Deutschland - Industrie-Contact AG
Medienbericht 2025

Herausforderungen und Chancen für Journalist:innen und PR-Fachleute

Die Medienwelt verändert sich schneller denn je, und Journalist:innen sowie PR-Fachleute stehen unter enormem Druck, sich anzupassen. Durch verändertes Nutzungsverhalten des Publikums, die Zunahme von Fehlinformationen und den wachsenden Einsatz von KI-Tools ergeben sich große Herausforderungen, aber auch spannende Chancen.

Cision hat zu Beginn des Jahres den „State of the Media Report 2025“ durchgeführt, um zu verstehen, wie Medienschaffende mit diesen Veränderungen umgehen. Dafür wurden Antworten von 3.126 Journalist:innen, Influencer:innen und Medienschaffenden aus 19 Märkten weltweit gesammelt – darunter wichtige europäische Länder wie Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen, Italien, Spanien und Portugal.

Die größten Herausforderungen für Journalist:innen heute


Journalist:innen bewegen sich in einem komplexen Umfeld, in dem es nicht einfach ist, relevant und glaubwürdig zu bleiben. Zu den größten Hürden zählen:

  • Die Anpassung an neue Mediennutzungsmuster: Das Publikum konsumiert Nachrichten anders als früher, oft über verschiedene Plattformen und Formate hinweg.
  • Der Erhalt von Vertrauen und Glaubwürdigkeit: Der Kampf gegen das Etikett „Fake News“ und gegen gezielte Desinformationskampagnen ist eine ständige Herausforderung.
  • Rückläufige Einnahmen aus Werbung und Auflagen.
  • Personalmangel und begrenzte Ressourcen.
  • Die Integration generativer KI: KI-Tools gehören zunehmend zum Werkzeugkasten der Redaktionen, doch ihr Einsatz erfordert Sorgfalt und kritisches Abwägen.

Wie PR-Fachleute Journalist:innen unterstützen können

PR-Expert:innen spielen eine entscheidende unterstützende Rolle in diesem Ökosystem. Die Mehrheit der Journalist:innen (63 %) schätzt insbesondere, dass PR-Fachleute sie mit relevanten Quellen, Insider:innen und exklusivem Material verbinden. Auch verifizierte Daten und Recherchen, die in kurzer Zeit bereitgestellt werden, sowie gut aufbereitete Themenvorschläge mit Kontext, Glaubwürdigkeit und Relevanz werden als hilfreich empfunden. Journalist:innen betonen jedoch auch, was sie vermeiden möchten: irrelevante oder spammige Anfragen sowie ungenaue oder rein werbliche Inhalte ohne Substanz.

PR–Journalismus–Beziehung

Der Erstkontakt mit Journalist:innen ist entscheidend, um eine nachhaltige Beziehung aufzubauen. Um dabei erfolgreich zu sein, ist es wichtig zu wissen, was Journalist:innen nicht wollen: Sie möchten keine irrelevanten Pitches erhalten, keine Nachrichten, die wie Marketingbroschüren klingen, und keine ungenauen oder unbelegten Informationen. Auch mehrmaliges Nachfassen kommt nicht gut an, eine Follow-up-Nachricht reicht. Um eine echte Verbindung aufzubauen, sollten PR-Fachleute klar darlegen, warum sie den Kontakt suchen, idealerweise per E-Mail, da 96 % der Journalist:innen diese Kontaktform bevorzugen. Die Pitches sollten originell sein und ausschließlich relevante Inhalte liefern. Für 32 % der Journalist:innen ist es außerdem ein Pluspunkt, wenn sie zu Branchenevents eingeladen werden, um Netzwerke zu knüpfen.

Den perfekten Pitch gestalten


Die meisten Journalist:innen sind sich einig, warum sie Pitches ablehnen: Häufig sind sie für ihre Zielgruppe nicht relevant oder zu werblich und inhaltslos. Was also macht einen Pitch überzeugend?

  • Er sollte eine aussagekräftige Statistik oder einen einzigartigen Story-Ansatz enthalten.
  • Laut 45 % der Journalist:innen sollte er kurz und prägnant sein – je nach Komplexität zwischen 100 und 300 Wörtern.
  • Multimediale Inhalte können ein Bonus sein, etwa 20 % der Journalist:innen schätzen diese, während 36 % angeben, dass es vom Kontext abhängt.

Journalist:innen in sozialen Medien


Soziale Netzwerke sind für Journalist:innen unverzichtbare Werkzeuge.

  • 64 % nutzen sie, um eigene Inhalte zu veröffentlichen und zu bewerben.
  • 55 % zur direkten Interaktion mit dem Publikum.
  • 51 % zur Informationsbeschaffung und für Einblicke.
  • 48 % zum Aufbau beruflicher Netzwerke.

Die beliebtesten Plattformen unter Journalist:innen im EMEA-Raum sind LinkedIn (an erster Stelle), gefolgt von Instagram, Facebook, X (ehemals Twitter), WhatsApp und YouTube.

Die wachsende Rolle von KI

KI ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sie ist Realität. Allein im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Journalist:innen, die generative KI nutzen, um 6 % gestiegen. Mittlerweile verwenden über die Hälfte (53 %) der Journalist:innen aktiv KI-Tools im Arbeitsalltag, weitere 14 % planen dies in naher Zukunft. 33 % nutzen sie hingegen nicht und haben dies auch nicht vor.

Die häufigsten Einsatzgebiete sind die Recherche zu bestimmten Themen, das Transkribieren von Interviews und Audioaufnahmen sowie das Zusammenfassen von Texten. Journalist:innen sind offen für KI-generierte Inhalte, allerdings nur, wenn sie hohe Standards in puncto Genauigkeit, Authentizität und Kreativität erfüllen. Tatsächlich stehen 29 % der Befragten KI eher kritisch gegenüber, während nur 2 % stark dafür sind.

Diese Haltung gegenüber KI hat auch Auswirkungen auf PR-Fachleute und deren Umgang mit KI-generierten Pitches oder Pressemitteilungen. 72 % der Journalist:innen äußern Bedenken hinsichtlich potenzieller inhaltlicher Fehler und Qualitätsverlust, und 58 % sind sich bewusst, dass die Menge an Inhalten steigen wird, jedoch nicht unbedingt die Qualität.

Die wichtigsten Erkenntnisse für die PR

Beim Einsatz von KI-Tools müssen PR-Fachleute Transparenz und Verlässlichkeit in den Vordergrund stellen, um gegenüber Journalist:innen, die KI-Inhalten zurecht mit Skepsis begegnen, glaubwürdig zu bleiben. Das bedeutet: Jeder Content muss gründlich geprüft und von menschlichen Expert:innen verifiziert werden, bevor er verbreitet wird. PR-Teams sollten mit KI ähnlich wie Journalist:innen umgehen, als Werkzeug zur Effizienzsteigerung und kreativen Inspiration, nicht aber als Ersatz für menschliche Sorgfalt.

Uwe Schmidt, CEO der Hamburger PR-Agentur Industrie-Contact (IC)

Uwe Schmidt, CEO der PR-Agentur Hamburg Industrie-Contact (IC)

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